Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen
Aus AdvenTiki
Jesus erzählt eine Analogie des Himmelreichs zu einem Menschen, der guten Samen auf seinen Acker sät. In der Nacht kommt der Feind und streut Unkrautsamen unter den Weizen, und als die Samen aufgehen, bemerken die Knechte des Hausherrn, dass nicht nur Weizen, sondern auch Unkraut wächst, und fragen ihn deswegen. Er erklärt, dass der Feind das Unkraut gesät habe, und wehrt das Angebot der Knechte ab, sofort zu jäten. Er begründet dies damit, dass beim Unkraut jäten ja auch der Weizen Schaden nehmen könnte. Deswegen wolle er alle Pflanzen wachsen lassen und bei der Ernte erst das Unkraut bündeln lassen, um es zu verbrennen; der Weizen solle dann in seine Scheune gesammelt werden.
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Bibelstelle
Das Gleichnis ist in Matthäus 13,24-30.36-43 nachzulesen.
Situation
Biblischer Kontext
Dieses Gleichnis erzählte Jesus im Rahmen mehrerer Gleichnisse über das Himmelreich, mit denen er seinen Jüngern und den weiteren Zuhörern Gottes Konzept vom Himmelreich vorstellen wollte, um ihre falschen Erwartungen zu korrigieren.
Anlass und Zuhörer
Der Anlass zum Erzählen des Gleichnisses ist die versammelte Menschenmenge, unter ihnen Kranke und Leidende, die Jesus ihre Sorgen und Gebrechen mitteilten und von ihren Krankheiten geheilt wurden. Als die Menge zu groß wurde, um mit den Einzelnen zu reden, ließ Jesus sich von seinen Jüngern ein Stück vom Ufer abstoßen. Dann fing Jesus an, die Menge zu lehren. [1] Die Zuhörerschaft bestand aus Juden, darunter einige Kranke, und die Jünger Jesu, die auch später mit ihm auf dem Boot waren.
Hintergründe
Im Orient geschah es manchmal, dass jemand, um sich an einem Feind zu rächen, diesem heimlich in das frisch ausgesäte Feld einen Samen streute, der zunächst eine Pflanze ähnlich dem Weizen hervorbrachte. Allerdings verringerte es den Ertrag und brachte dem Feldbesitzer nur Mühe und Verlust ein. So streut auch Satan, der Feind Christi, schlechte Saat zwischen die guten Samen des Evangeliums und behauptet dann, für die Frucht dieses Samens sei Jesus verantwortlich. Indem Satan der Gemeinde Menschen hinzufügt, die zwar den Namen Christi tragen, aber Jesu Wesen verleugnen, wird Gott entehrt und der Erlösungsplan falsch dargestellt.
Die Diener Christi möchten die falschen Samen aus ihrer Gemeinde ausreißen, um nicht Gläubige und Scheingläubige vermischt zu sehen. Aber Jesus hält sie zurück, um nicht das menschliche unvollkommene Urteil über die Schicksale der Gläubigen entscheiden zu lassen. Häufig betrachten Gemeindeglieder genau die diejenigen als hoffnungslose Fälle und würden sie ausschließen, die Christus an sich zieht. Handelten sie nach ihrem unvollkommenen Urteil, so würden sie vielleicht deren letzten Hoffnungsschimmer auslöschen. Erst am Ende der Zeit wird Christus über alle Menschen richten. Außerdem zeugen Jesu Worte von seiner Langmut mit den Menschen. Er gibt ihnen viele Möglichkeiten, sich wieder zu ihm zu wenden.[1]
Deutung
Die Deutung des Gleichnisses ist im selben Kapitel der Bibel überliefert, in Matthäus 13,36-43. Nachdem Jesus die Volksmenge entlassen hatte, verlangen seine Jünger nach einer Deutung für das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen, woraufhin er ihnen folgendes erklärt:
"Der den guten Samen sät, ist der Sohn des Menschen, der Acker aber ist die Welt; der gute Same aber sind die Söhne des Reiches, das Unkraut aber sind die Söhne des Bösen; der Feind aber, der es gesät hat, ist der Teufel; die Ernte aber ist die Vollendung des Zeitalters, die Schnitter aber sind Engel. Wie nun das Unkraut zusammengelesen und im Feuer verbrannt wird, so wird es in der Vollendung des Zeitalters sein. Der Sohn des Menschen wird seine Engel aussenden, und sie werden aus seinem Reich alle Ärgernisse zusammenlesen und die, die Gesetzloses tun, und sie werden sie in den Feuerofen werfen; da wird das Weinen und das Zähneknirschen sein. Dann werden die Gerechten leuchten wie die Sonne in dem Reich ihres Vaters." [1]
Quellen
Der Sinn der Gleichnisreden · Die Gleichnisse vom Himmelreich · Vom Sämann · Vom Unkraut unter dem Weizen · Vom Senfkorn · Vom Sauerteig · Vom Schatz im Acker · Von der kostbaren Perle · Vom Fischnetz · Vom Wachstum der Saat · Vom reichen Narren · Vom Pharisäer und vom Zöllner · Vom verlorenen Schaf · Von der verlorenen Drachme · Vom verlorenen Sohn · Vom unbarmherzigen Knecht · Vom reichen Mann und armen Lazarus · Vom Flicken und vom neuen Wein · Vom ungerechten Richter · Vom barmherzigen Samariter · Die Jünger und das Licht · Von den Arbeitern im Weinberg · Von den zwei Söhnen · Von den anvertrauten Talenten · Vom untreuen Haushalter · Von den Weingärtnern · Vom königlichen Hochzeitsmahl · Vom großen Gastmahl · Vom Feigenbaum · Von den zehn Jungfrauen

