Gleichnis vom Senfkorn

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Jesus zieht den Vergleich zwischen dem Reich Gottes und einem Senfkorn. Dieses hat das kleinste Samenkorn unter allen Samen, aber bringt, wenn man es aussät, eine sehr große Pflanze hervor, so dass die Vögel des Himmels unter dem Schatten seiner großen Zweigen nisten können.

Inhaltsverzeichnis

Bibelstelle

Das Gleichnis ist nachzulesen in Matthäus 13,31-32, Markus 4,30-32 und Lukas 13,18-19.

Situation

Biblischer Kontext

Dieses Gleichnis erzählte Jesus im Rahmen mehrerer Gleichnisse über das Himmelreich, mit denen er seinen Jüngern und den weiteren Zuhörern Gottes Konzept vom Himmelreich vorstellen wollte, um ihre falschen Erwartungen zu korrigieren.

Anlass und Zuhörer

Der Anlass zum Erzählen des Gleichnisses ist die versammelte Menschenmenge, unter ihnen Kranke und Leidende, die Jesus ihre Sorgen und Gebrechen mitteilten und von ihren Krankheiten geheilt wurden. Als die Menge zu groß wurde, um mit den Einzelnen zu reden, ließ Jesus sich von seinen Jüngern ein Stück vom Ufer abstoßen. Dann fing Jesus an, die Menge zu lehren. [1] Die Zuhörerschaft bestand aus Juden, darunter einige Kranke, und die Jünger Jesu, die auch später mit ihm auf dem Boot waren.

Hintergründe

Unter den Zuhörern befanden sich auch viele Pharisäer, die sich fragten, wie Jesus, dieser einfache, anspruchslose Lehrer, gemäß ihrer Erwartung an den Messias Israel zu einem Weltreich erhöhen könnte. Wie könnte er ohne Reichtum, Macht und Ehre ein neues Königreich aufrichten? Jesus erkannte ihre Gedanken und wies sie durch das Gleichnis darauf hin, dass das Reich Gottes nicht mit irdischen Staatsformen vergleichbar ist.
Wie das Senfkorn am Anfang winzig ist, so war Gottes Reich auf dieser Welt am Anfang klein. Als Jesus das Gleichnis erzählte, bestand dieses neue Reich lediglich aus einigen galiläischen Bauern, und die Armut und geringe Zahl der Nachfolger Jesu wurde immer wieder als Argument gegen einen Anschluss an diese Bewegung der armen Fischer angeführt. Aber das Senfkorn wuchs und breitete seine Zweige über die ganze Erde, und im Gegensatz zu irdischen Reichen wird das Reich Gottes mächtig und mit weitreichendem Einfluss bestehen.
Gott hat allen Generationen seiner Gemeinde eine neue, besondere Wahrheit und Aufgabe zugedacht, und die Erfahrung vom Gleichnis vom Senfkorn wird in jeder ihrer Wachstumsphasen wiederholt. Die Wahrheit bleibt den Weisen der Welt verborgen und offenbart sich den kindlich Gläubigen und Demütigen. Dies ist zu sehen am Leben vieler, die sich für die Gemeinde einsetzten und dafür bei den Großen der Welt verachtet und abgelehnt wurden: Johannes der Täufer, der den Stolz und Formalismus des jüdischen Volk tadeln musste; Paulus und Silas, die das Evangelium nach Europa brachten; Martin Luther, der gegen die katholische Kirche und den Papst an Gottes Wort festhielt; John Wesley, der inmitten von Formalismus und Unglauben weiterhin Christus predigte. Genau wie in früheren Zeiten wurde die aktuelle Wahrheit für dieses Zeitalter von einfachen Menschen erkannt, die sich nicht durch ihre Klugheit und Bildung davon abhalten lassen, der Bibel zu glauben. [1]

Deutung

Wie das Senfkorn, das nur einen winzigen Samen hat, aber einmal ausgesät eine große Pflanze hervorbringt, so ist auch Gottes Reich zu Beginn unscheinbar und klein, aber hat eine große Macht, wenn es in den Herzen der Menschen Raum findet.

Quellen


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