Diskussion:1. Mose 3
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Predigten
Nicht-adventistisch, ungeprüft:
Sündenfall
Wie schade, dass es bloß zwei Kapitel gibt, die unsere Welt vor dem Sündenfall beschreiben. Ich würde gerne mehr über das Leben im Garten Eden wissen. Eines ist sicher, es muss sehr schön gewesen sein. Doch auch dort hat Satan Fuß gefasst und seine Tücken und Fallen angewandt. Was mich persönlich am meisten getroffen hat beim Lesen, waren folgende Verse: 1. Mose 2:25 und sie waren beide nackt, der Mensch und seine Frau, und sie schämten sich nicht. 1. Mose 3:7 Da wurden ihrer beider Augen aufgetan und sie erkannten, dass sie nackt waren, und sie hefteten sich Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze. Vers 9 und 10 Und Gott, der HERR, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten und ich fürchtete mich, weil ich nackt bin und ich versteckte mich. Ich glaube, es geht hier um weit mehr als um die bloße Tatsache, dass Adam und Eva nicht bekleidet waren. Sie hatten vorher ein sündloses, heiliges Leben und konnten in innigster Gemeinschaft zueinander und zu Gott leben. Dann fielen sie und diese Gemeinschaft wurde zerstört. Sie schämten sich. Das Vertrauen zwischen ihnen und auch zu Gott bröckelte ab. Und was machen sie? Sie versuchen sich mit Feigenblättern zu bedecken und fliehen auch noch vor dem Einen, der ihnen nur das Beste will. Für mich ist es sehr traurig, zu sehen, dass ich das oft genug ebenso mache. Man macht etwas falsch und dann versucht man es besser zu machen und versteckt sich auch noch vor dem Einzigen, der helfen könnte. Sünde halt. Allerdings schon auf den ersten Seiten der Bibel findet man das gleiche Schema, in das wir doch jedes Mal wieder fallen...
Und genial ist dann das Angebot unseres Heilandes. Wir finden es in dieser Geschichte im Vers 21. Und Gott, der HERR, machte Adam und seiner Frau Leibröcke aus Fell und bekleidete sie.
- Nackt sein bedeutet, keine Masken tragen, keine versteckte Agenda verfolgen, vollkommen offen, ehrlich und echt sein. Im Hebräischen gibt es ein Wortspiel in 2:25 und 3:1: das Wort für "nackt" (arom) und "listig" (arum) ist fast das gleiche, nur ein kleines Pünktchen ist abgestürtzt und so wird aus dem "o" ein "u" - dahinter steckt der Gedanke, dass die Schlange hier auch den Eindruck vermitteln will, mit ganz offenen Karten zu spielen, aufrichtig und ehrlich zu sein. Aber in Wirklichkeit verfolgt sie eine versteckte Agenda. Und - nein! - der Mensch checkt es nicht...
- Interessant ist auch die Reihenfolge in 3:7.8... warum machen sich Adam und Eva Feigenblattschurze? Weil sie sich vor Gott fürchten? Nein, offensichtlich machen sie sich schon die Kleider, bevor Gott kommt. Ein Ehepaar, das nicht mehr nackt voreinander sein kann/will??? Offensichtlich verlieren Adam und Eva durch diese Erfahrung ihr Vertrauen zueinander. Ihm wird bewusst: „Sie hat Gott hintergangen. Woher weiß ich, dass sie mich nicht genauso hintergeht?“ Sie fragt sich: „Aus welcher Motivation hat er diese Frucht gegessen? War es nicht purer Egoismus, mich nicht verlieren, sondern weiterhin für sich selbst haben zu wollen?“
- Seit der ersten Erfahrung, betrogen worden zu sein, tun wir uns schwer zu vertrauen. Wir haben immer die Angst im Hinterkopf, der andere könnte es vielleicht doch nicht gut mit uns meinen, sondern in Wirklichkeit nur seinen eigenen Vorteil im Sinn haben. Und gerade Gottes Botschaft ist so gut, dass es da doch einfach einen Haken geben muss...
- Dabei ist Gott genial in seiner Reaktion. Er fragt erst nach. Er nennt die unausweichlichen Konsequenzen ihres Handelns. Aber er lässt den Menschen nicht frierend vor die Gartentür hinauskatapultieren, sondern macht den beiden ein Fell. Adam und Eva konnten spüren, was Erlösung ist, sie fühlte sich warm und weich auf ihrer Haut an. Ihre Fellkleider waren ständige Erinnerung, dass es eines Tages einen Weg zurück geben würde, denn schließlich würde der Nachkomme der Frau auf den Plan treten und der Schlange den Kopf zermalmen (1. Mose 3:15).
- Kann es sein, dass es auch heute nur drei Gruppen von Menschen gibt: die Nackten, die Feigenblatt-Illusionisten und die Gläubigen des Fells? Und zu welcher Gruppe gehören wir? Oder hängen wir öfters mal "zwischendrin"? --Carsten Reinhold 10:33, 21. Apr. 2009 (CEST)
Lügt Eva in Vers 3b?
Wo sagt denn Gott, dass man die Frucht nicht berühren soll? --Lexenlewax 22:04, 20. Apr. 2009 (CEST)
- gute Frage! Das hat Gott tatsächlich nicht gesagt. Warum hat Eva das Gebot Gottes von sich aus verschärft? Interessant ist folgende Anmerkung von Ellen White:
- "Der Versucher pflückte eine Frucht und gab sie Eva. Sie nahm sie in die Hand. Jetzt sagte der Verführer: 'Man hat dir verboten, die Frucht auch nur zu berühren, weil du sterben würdest. Doch das Essen der Frucht hat keine schlimmeren oder tödlicheren Folgen als das Berühren.' So faßte Eva Mut, weil sie Gottes Mißfallen nicht unmittelbar verspürte, und hielt die Worte des Versuchers für klug und richtig. Sie aß die köstlich schmeckende Frucht und stellte sich die wunderbaren Auswirkungen vor." (Ellen G. White, Geschichte der Erlösung, Bad Aibling: Ellen G. White Förderkreis e.v., 1997, S. 32f.)
Was kann denn die Schlage dafür, dass Satan sie als Medium benutzt?
Oder hat die Schlange sich dafür bereit erklärt? Hatte sie ein Wahl? Bei uns Menschen ist es klar, aber bei derSchlange?--Lexenlewax 22:06, 20. Apr. 2009 (CEST)
Gott kennt Gut und Böse???
Vers 22: Kennt Gott Gut und Böse? Ist Jesus/ der HLG und Gott auch in der Gefahr, zu sündigen, da sie Gut und Böse kennen? So habe ich das noch nie gesehen?
Können dann theoretisch jetzt immer noch Engel auf Satans Seite wechseln?
Gruß --Lexenlewax 22:07, 20. Apr. 2009 (CEST)
- Ja, Gott kennt Gut und Böse. Spätestens seit Jesus am Kreuz selbst zur Sünde geworden ist 2. Korinther 5,21 weiß Gott sehr genau was Sünde ist. Aber auch schon davor wusste er ganz genau was Sünde ist, er ist allwissend. Außerdem hat er selbst den Baum der Erkenntnis (eigentlich ein positiver Ausdruck oder?) gepflanzt und damit Adam und Eva die Wahl gelassen zwischen Gehörsam und Sünde. Und ich denke auch das Theoretisch noch Engel zu Satan überwechseln könnten, aber dsa will keiner mehr, weil sie alle gesehen haben wohin das führt: „Die heiligen Engel waren entsetzt, dass einer aus ihren Reihen so tief falle konnte, dass er zu solcher Grausamkeit, wie sie gegen den Sohn Gottes auf Golgatha ausgeübt wurde, fähig war. Das geringste Gefühl des Bedauerns und Mitleids, das sie jemals für Satan in seinem Exil empfunden hatten, war nun in ihren Herzen ausgelöscht.“ (Ellen G. White, The Signs of the Times, 23. September 1889)
- Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter: Selbst auf der neuen Erde hätten wir alle noch die möglichkeit uns gegen Gott zu entscheiden, denn Gott wird in seiner Liebe nie jemanden Zwingen auf seiner Seite zu bleiben. Nur werden wir es eben nicht mehr wollen. Wir alle haben dann endgültig kapiert wohin es führt wenn wir uns von Gott trennen. Dafür ist ja auch ein Teil des Unteruschungsgericht da, denke ich: Jeder soll endgültig verstehen das Gott gerecht ist, und es einfach keinen SInn macht ihm nicht zu gehorchen. --KPKluge 10:27, 21. Apr. 2009 (CEST)
- Es gibt zwei verschiedene Arten von "kennen." Ich kann genau studieren, was bei Alkoholkonsum im Körper passiert - ohne je einen Tropfen Alkohol getrunken zu haben. Kenne ich mich aus? Ja und nein. Jemand anderes würde vielleicht sagen: "Du hast doch keine Ahnung, wie sich das wirklich anfühlt, wenn du dir noch nie selbst die Birne zugesoffen hast!" Ich kann also Kenntnis durch ein distanziertes Beobachten erwerben oder dadurch, dass ich selbst eine Erfahrung mache. Im Hebräischen gibt es dafür zwei unterschiedliche Worte. Welches der beiden steht in 3:22? Doch bestimmt das erste, denn Gott kennt das Böse ja von außen, denn er hat Luzifers Rebellion im Himmel erlebt, aber er hat doch selbst nie gesündigt, oder? So hätte ich es erwartet. Aber in 3:22 steht das andere Wort (das übrigens auch in 4:1 steht für "Adam erkannte sein Weib und sie war schwanger..."). Kennt Gott das Böse demnach aus eigenem Erleben? Das jedenfalls behauptet die Schlange in 3:5. Wie Gott sein bedeutet, Gutes und Böses zu erkennen. Gott ist Yin und Yang - ein heute ziemlich populärer Gedanke, aber ist er biblisch?
- Die Präposition "von uns" in 3:22 kann man genauso mit "von ihm" übersetzen (vgl. 3:3.11.17 "davon", d.h. "von ihm" [dem Baum]) - und die Schlange ist im Hebräischen maskulin! Somit ließe sich die Phrase in 3:22 wiedergeben mit "der Mensch ist geworden wie einer von ihr [der Schlange], zu erkennen Gutes und Böses." Dagegen spricht allerdings die grammatikalische Logik, dass die Formulierung "einer von..." immer auf die Bedeutung "einer von mehreren [Plural]" hinweist. Deswegen übersetzen auch alle Übersetzungen, die ich kenne, mit "einer von uns". Vom Inhalt erscheint mir die alternative Übersetzungsmöglichkeit aber viel sinnvoller: die Schlange versucht in 3:5 ihr eigenes Wesen Gott in die Schuhe zu schieben - und nach dem Sündenfall ist der Mensch wie sie geworden und kennt auch Gutes und Böses aus eigener Erfahrung.
- --Carsten Reinhold 11:09, 21. Apr. 2009 (CEST)
- Aber kennt Gott nicht auch die Sünde aus eigener Erfahrung? Nicht im Sinne das er gesündigt hätte, aber das er unter der Sünde leiden muss. Kann das Wort auch so Interpretiert werden das Gott die Folgen der Sünde aus eigener Erfahrung kennt, und zwar aus der des Opfers?
- Beispiel: Ein betrunkener Autofahrer überfährt ein Kind. Ist er der allein Leidtragende aus dieser Sünde? Müssen nicht auch die Eltern des Kindes unter dieser Last leiden?
- Wenn Gott als liebender Vater zusehen muss wie die Menschen die er mit soviel Liebe erschaffen hat sich von ihm abwenden und vortan unter der last der Sünde leiden müssen, kennt er sie dann nicht genauso wie die Menschen?
- Ich weiß nicht wie dieses Wort das hier steht interpretiert werden kann. Ich finde Carstens Argument logisch das auch die Schlange, also eigentlich Satan, gemeint sein kann. Wie sieht es mit meiner Interpretation aus? Gibt das Wort bzw. der ganze Satz das her oder ist das zu abwegig? --KPKluge 11:55, 21. Apr. 2009 (CEST)

