Beschneidung
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Die Beschneidung bezeichnet das jüdische Ritual, einem Jungen oder Mann die Vorhaut des Penis abzutrennen. Später in der Bibel wird dieses Ritual als ein Symbol für eine "Beschneidung des Herzens" gesehen.
Inhaltsverzeichnis |
Ursprung
Als Abram 99 Jahre alt war schloss Gott einen Bund mit ihm. Er gab ihm den neuen Namen Abraham[1], verspricht ihm viele Nachkommen unter denen auch Könige sein sollen[1] sowie das Land Kanaan zu besitzen[1]. Abrahams Teil des Bundes besteht darin, sich und seine Nachkommen beschneiden zu lassen[1]. Gott beschreibt die Beschneidung hier wie folgt:
| Dies ist mein Bund, den ihr halten sollt, zwischen mir und euch und deinen Nachkommen nach dir: Alles, was männlich ist, soll bei euch beschnitten werden; und zwar sollt ihr am Fleisch eurer Vorhaut beschnitten werden! Das wird das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und euch. Im Alter von acht Tagen soll alles, was männlich ist, bei euch beschnitten werden, durch eure Generationen, der im Haus geborene und der von irgendeinem Fremden für Geld gekaufte Sklave, der nicht von deiner Nachkommenschaft ist; beschnitten werden muss, der in deinem Haus geborene und der für dein Geld gekaufte Sklave! Und mein Bund an eurem Fleisch soll ein ewiger Bund sein. Ein unbeschnittener Männlicher aber, der am Fleisch seiner Vorhaut nicht beschnitten ist, diese Seele soll ausgerottet werden aus ihrem Volk; meinen Bund hat er ungültig gemacht! - 1. Mose 17,10-14 nach der Revidierten Elberfelder
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Abraham ließ daraufhin seinen dreizehnjährigen[1] Sohn Ismael, seine Sklaven und Familie noch am selben Tag beschneiden[1]. Auch er wurde im Zuge dessen im Alter von 99 Jahren beschnitten[1].
Gott bestätigt dieses Gebot später zu Zeiten Moses[1].
Altes Testament
Erwähnungen der Beschneidung
- Isaak, Abrahams zweiter Sohn, wurde der Vorschrift nach im Alter von 8 Tagen beschnitten[1]. Dies geschah etwa ein Jahr nach Abrahams Beschneidung[1].
- Jakobs Söhne betrügen nach der Vergewaltigung ihrer Schwester Dina[1] Sichem und seinen Vater Hamor mit einer Hinterlist[1], indem sie ihm vorschreiben, sich und ihren ganzen Stamm beschneiden zu lassen, bevor sie jüdische Frauen heiraten können[1]. Nachdem der Stamm informiert wird[1] werden alle Männer darin beschnitten[1] und der ganze Stamm am dritten Tag danach in den Folgeschmerzen grausam von Jakobs Söhnen hingerichtet und geplündert[1].
- Als Mose seinen Sohn nicht nach der Vorschrift beschnitten hatte und Gott ihn deshalb nahezu tötet nimmt Zippora einen scharfen Stein und beschneidet ihren Sohn, berührt daraufhin damit Moses Geschlechtsteil und Gott lässt von seinem Vorhaben ab. Wegen dieses Ereignisses bezeichnet sie Mose als "Blutbräutigam".
- Bei den Regeln für das Passah-Fest wird Mose von Gott gesagt, dass kein Fremder (also Nicht-Jude), davon essen darf, es sei denn, er ließ sich und seine Familie ("bei ihm alles Männliche") beschneiden[1]. Wenn ein gekaufter Sklave beschnitten wurde, so durfte er ebenfalls daran teilhaben[1].
- Da das Volk, welches während der Wüstenwanderung geboren worden war, unbeschnitten war, ordnete Gott Josua kurz vor der Belagerung Jerichos an, das Volk zu beschneiden. Das Volk zieht danach nicht weiter, bis es sich wieder erholt hat[1].
- Die Philister werden als "die Unbeschnittenen" bezeichnet[1].
- Gott verheißt dem Volk Israel durch den Propheten Jesaja über die Stadt Zion: "nicht mehr länger soll dich ein Unbeschnittener und ein Unreiner betreten"[1].
Übertragende Erwähnungen
Unbeschnittene Lippen
Mose bezeichnet sich selbst als mit "unbeschnittenen Lippen"[1]. Die Revidierte Elberfelder fügt als Anmerkung hinzu, dass dies "unreine Lippen" bedeute[1].
Unbeschnittene Pflanzen
| Und wenn ihr in das Land kommt und allerlei Bäume zur Speise pflanzt, dann sollt ihr ihre Früchte als ihre Vorhaut unbeschnitten lassen. Drei Jahre sollen sie euch als unbeschnitten gelten, sie dürfen nicht gegessen werden. Im vierten Jahr sollen all ihre Früchte dem HERRN eine heilige Festgabe sein. Und im fünften Jahr sollt ihr ihre Früchte essen, damit ihr Ertrag euch den Gewinn vermehrt. Ich bin der HERR, euer Gott. - 3. Mose 19,23-25 nach der Revidierten Elberfelder
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Unbeschnittenes Herz
- Bei der Aufzählung von Segen und Fluch in 3. Mose erwähnt Gott, dass er das abtrünnige Volk in Gefangenschaft führen wird, um zu sehen "ob sich endlich ihr unbeschnittenes Herz demütigt und sie endlich ihre Schuld bezahlen. Dann werde ich an meinen Bund mit Jakob denken. Und auch an meinen Bund mit Isaak und auch an meinen Bund mit Abraham werde ich denken, und an das Land werde ich denken."[1]
- In 5. Mose 10,12-15 zählt Gott auf, was er von seinem Volk erwartet und macht deutlich, dass dies alles nur zum Vorteil des Volkes dient. Er erzählt von seiner Liebe zum Volk und ruft es daraufhin auf:
| So beschneidet denn die Vorhaut eures Herzens und verhärtet euren Nacken nicht mehr! Denn der HERR, euer Gott, er ist der Gott der Götter und der Herr der Herren, der große, mächtige und furchtbare Gott, der niemanden bevorzugt und kein Bestechungsgeschenk annimmt, der Recht schafft der Waise und der Witwe und den Fremden liebt, so dass er ihm Brot und Kleidung gibt. Auch ihr sollt den Fremden lieben; denn Fremde seid ihr im Land Ägypten gewesen. Den HERRN, deinen Gott, sollst du fürchten, ihm sollst du dienen und ihm anhängen, und bei seinem Namen sollst du schwören. Er ist dein Ruhm, und er ist dein Gott, der jene großen und furchtgebietenden Taten an dir erwiesen hat, die deine Augen gesehen haben. Mit siebzig Seelen zogen deine Väter nach Ägypten hinab; doch jetzt hat der HERR, dein Gott, dich an Menge gemacht wie die Sterne des Himmels. - 5. Mose 10,16-22 nach der Revidierten Elberfelder
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- In 5. Mose 30,1-6 spricht Gott über die Rückkehr des Volkes aus dem Exil:
| Und es wird geschehen, wenn all diese Worte über dich kommen, der Segen und der Fluch, die ich dir vorgelegt habe, und du es dir zu Herzen nimmst unter all den Nationen, wohin der HERR, dein Gott, dich verstoßen hat, und du umkehrst zum HERRN, deinem Gott, und seiner Stimme gehorchst nach allem, was ich dir heute befehle, du und deine Kinder, mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dann wird der HERR, dein Gott, dein Geschick wenden und sich über dich erbarmen. Und er wird dich wieder sammeln aus all den Völkern, wohin der HERR, dein Gott, dich zerstreut hat. Wenn deine Verstoßenen am Ende des Himmels wären, selbst von dort wird der HERR, dein Gott, dich sammeln, und von dort wird er dich holen. Und der HERR, dein Gott, wird dich in das Land bringen, das deine Väter in Besitz genommen haben, und du wirst es in Besitz nehmen. Und er wird dir Gutes tun und dich zahlreicher werden lassen als deine Väter. Und der HERR, dein Gott, wird dein Herz und das Herz deiner Nachkommen beschneiden, damit du den HERRN, deinen Gott, liebst mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, dass du am Leben bleibst. - 5. Mose 30,1-6 nach der Revidierten Elberfelder
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- Während der Zeit des Königs Josias (zwischen 627 und 616 v.Chr.) ruft der Prophet Jeremia das Volk zu einer echten Bekehrung auf:
| Wenn du umkehrst, Israel, spricht der HERR1, zu mir umkehrst und wenn du deine Scheusale von meinem Angesicht entfernst, dann brauchst du nicht mehr umherzuschweifen! Und wenn du schwörst: So wahr der HERR lebt! - in Wahrheit, in Recht und in Gerechtigkeit -, dann werden die Nationen sich in ihm segnen und sich in ihm rühmen. Denn so spricht der HERR zu den Männern von Juda und zu Jerusalem: Pflügt euch Neuland und sät nicht unter die Dornen! Beschneidet euch für den HERRN und entfernt die Vorhäute eurer Herzen, ihr Männer von Juda und ihr Bewohner von Jerusalem, damit mein Zorn nicht ausbricht wie ein Feuer und unauslöschlich brennt wegen der Bosheit eurer Taten! - Jeremia 4,1-4 nach der Revidierten Elberfelder
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- Jeremia schreibt zur Zeit des Königs Jehojakim (zwischen 609-605 v. Chr.):
| Siehe, Tage kommen, spricht der HERR, da werde ich alle Beschnittenen zusammen mit den Unbeschnittenen heimsuchen: Ägypten und Juda und Edom und die Söhne Ammon und Moab und alle mit geschorenen Haarrändern, die in der Wüste wohnen. Denn alle Nationen sind unbeschnitten, und das ganze Haus Israel hat ein unbeschnittenes Herz. - Jeremia 9,24.25 nach der Revidierten Elberfelder mit Integration der Anmerkungen
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Unbeschnittene Ohren
Über das Volk Juda zur Zeit Josias spricht Jeremia:
| "Zu wem soll ich noch reden und wen warnen, dass sie hören? Siehe, ihr Ohr ist unbeschnitten, und sie können nicht achtgeben. Siehe, das Wort des HERRN ist ihnen zum Hohn geworden, sie haben kein Gefallen daran. - Jeremia 6,10 nach der Revidierten Elberfelder
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