Babylon
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Die Stadt Babylon (hebr. בבל, Babel, dt. Verwirrung) ist eine historische Stadt des Alten Testaments; außerdem bezeichnet der Name das Land, dessen (geistiges) Zentrum sie darstellte [1].
Babylon steht sinnbildlich für eine Gott abgewandte Lebensweise und einen falschen Gottesdienst; sie steht als weltliches Machtzentrum in Opposition zum himmlischen Jerusalem.
Inhaltsverzeichnis |
Etymologie
Die babylonische Form des Namens ist "babili" und bedeutet "die Tore der Götter". Die Hebräer verstanden den Namen als "Babel", was "Verwirrung" bedeutet (siehe Unterkapitel Geschichte). "Babylon" ist die griechische Version des Namens, der heute allgemein verwendet wird. [1]
Geschichte
Gegründet wurde die Babylon von Nimrod, einem Urenkel Noahs. In 1. Mose 10,8 heißt es von ihm, dass er "der Erste [war], der Macht gewann auf Erden", der erste Herrscher der damaligen Zeit, der sich als Gott verehren ließ[1]. Er gründete mehrere Städte, wobei Babylon die erste war. [1]
Im darauffolgenden Kapitel, in 1. Mose 11, wird vom Turmbau zu Babel berichtet, bei dem die Menschen sich vornahmen, einen Turm zu bauen, "dessen Spitze bis an den Himmel reicht, damit [sie sich] einen Namen machen; denn [sie] werden sonst zersteut in alle Länder"[1]. Der Bau des Turmes stellte den Grund für die Verwirrung (Veruneinheitlichung in viele Sprachen) der bis zu dem Zeitpunkt noch einheitlichen Sprache dar. Daher auch der hebräische Name: "Babel" bedeutet "Verwirrung".
Babylon heute
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Geschichte des Volkes Israel in Babylon
Im 6. Jahrhundert v. Chr. wurde ein Teil der Bevölkerung Judas gefangen genommen, deportiert und ins babylonische Reich gebracht. Diese Deportationen waren eine Strafe Gottes für einen Ihm nicht gefälligen Lebenswandel und Götzendienst (vgl. z.B. die Botschaften des Propheten Jeremia), und führte in der Regel zu einer geistlichen Erweckung unter dem Volk und seinen Führern.
Ein großer Teil der Bevölkerung Judas wurde in drei Schüben nach Babylon gebracht:
- 598 v. Chr., nachdem Jojakim, der König von Juda, vor Nebukadnezar kapituliert hatte, wurden König und Gefolge sowie der Tempel- und Palastschatz, außerdem 10.000 weitere Personen, weggeführt [1][1]. Dies wurde von Jesaja schon dem König Hiskia vorausgesagt [1], nachdem dieser den Gesandten aus Babel alle Schätze im Tempel gezeigt hatte.
- Zedekia, der Onkel Jojakims, wurde als Herrscher über Juda eingesetzt; er rebellierte aber ebenfalls, was eine Belagerung zur Folge hatte. 587/6 v. Chr. fiel der Tempel, und eine zweite Deportation wurde durchgeführt (vgl. 2. Könige 25,8-21; Jeremia 39,8-10; Jeremia 52,12-34).
- Von den Babyloniern wurde Gedalja als Statthalter eingesetzt; eine Revolte gegen ihn führte zur dritten Deportation 582 v. Chr.
Als "Ersatz" für die deportierte Bevölkerung wurden keine fremden Völker angesiedelt, wie es in Israel der Fall gewesen war (722/1 v. Chr. Deportation nach Assyrien).
Die Deportierten blieben bis zum Edikt von Kyrus im Jahr 536 v. Chr., das ihnen die Erlaubnis zur Rückkehr erteilte, in Babylon (vgl. Esra 1,1-4, 2. Chronik 36,22-23).[1]. Auch danach zogen nicht alle wieder zurück in ihr Heimatland, sondern
Babylon in der Prophetie
Im Buch Daniel
Aufgrund der ersten Deportation wurden "etliche von den Söhnen Israels […], von königlichem Samen und von den Vornehmsten" nach Babylon verschleppt, damit sie dort "im Palast des Königs [dienten] und dass man sie in der Schrift und Sprache der Chaldäer unterweise" (Daniel 1,3-4). Darunter befanden sich auch Daniel und seine Freunde Hananja, Misael und Asarja[1].
Daniel konnte dem König Nebukadnezar durch Gottes Offenbarung einen prophetischen Traum von einer Statue auf verschiedenen Materialien deuten, was in Daniel 2 beschrieben wird. Ein zweiter Traum Nebukadnezars (von einem großen Baum) weist voraus auf eine Zeit, in der er selbst von den Menschen verstoßen, außerhalb der Gesellschaft, wie ein Tier leben würde. Am Ende von sieben Zeiten (= Jahren) würde er erkennen, dass "der Höchste Macht hat über das Königtum der Menschen und es gibt, wem er will" und daraufhin wieder zum König gemacht werden [1], verbunden mit dem Rat, sich von den Sünden und dem Hochmut abzukehren. Da dieser Rat von Nebukadnezar nicht befolgt wurde, erfüllte sich die Prophetie ein Jahr darauf [1]. Am Ende der sieben Jahre bekannte sich Nebukadnezar zu Gott als Herrscher: "Nun lobe und erhebe und verherrliche ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist richtig, und seine Wege sind gerecht; wer aber hochmütig wandelt, den kann er demütigen!" [1]
In der Offenbarung
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"Und ein anderer, zweiter Engel folgte und sprach: Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat."[1]
Offenbarung 17, Gericht über die Hure
Siehe Auch
- Makowski, Michael: Das Buch Daniel. Saatkorn-Verlag, 2005, 1, ISBN: 3-8150-0947-2
- Makowski, Michael: Das Buch Offenbarung. Saatkorn-Verlag, 2005, 1, ISBN: 3-8150-0948-0
- Ellen G. White: Der Große Kampf.
- Ellen G. White: The Great Controversy.

